Silkandpaper

September 18, 2007

der mensch als fremder ORT

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Der Mensch als Person, so denke ich , ist auch immer ein fremder Ort. Erst in der Ferne, in der Eroberung fremde Sprachen, treffen wir doch auf unsere Widersprüche, Geheimnisse , auf unser Anderssein- was uns unserer eigenen Bereitschaft, an die Magie zu glauben näher bringt. Eigentlich findet man sich auf Reisen doch immer selbst , das macht den Zauber der Magie noch größer, denn wo, wenn nicht “draußen” beginnen wir , unsere Selbstbestimmung als solche zu erkennen. Jede Erfahrung verwandelt sich dort zu einem Zaubertrank und mit offenen Augen versuchen wir , hinter das Geheimnis zu kommen. das wird uns einfach nicht gelingen, , weil, sobald wir uns als den “eroberten ” Ort erkennen, sofort eine andere Reise buchen müssen…immer unterwegs sein….immer verwandelbar bleiben, das ist , so denke ich, die Magie

Man erliegt dem Zauber einer eigenen Fremdheit, die man bis dahin noch nie in sich selbst vermutet hat, man beginnt , sich mit einem Raum-Zeit-Gefüge, was man vorher noch nie so intensiv wahrgenommen hat, anders zu sehen. Es ist ja nicht nur so, dass man woanders „hingefahren“ ist, man „erfährt“ sich ja auch selbst. In diesen begehbaren Räumen von anderen Städten, in den Wartehallen von Flughäfen, im Stimmengewirr einer Teestube oder in hilflosen Versuchen, eine andere Sprache zu entziffern wird man von einer Minute zur anderen sein eigener Asylant. Die erste Zuflucht ist, wie kann es anders sein, das Vertraute in sich selbst, die Erfahrungen aus anderer Zeit und bemerkt, das selbst diese Sicherheiten völlig neue Strukturen brauchen, um in diesem Moment, der so fremd und aufregend daherkommt, zuhause sein zu können. Ich denke, dass da diesem Moment, wo man sich als Reisender zu sich selbst erkennt, ein Zauber innewohnt. Die Situation lässt uns über uns hinauswachsen, mutig werden; sämtliche Kunststücke und Zaubertricks, Umschreibungen und Metapher kommen zum Einsatz. Wie bei einer Eroberung einer fremden Stadt mit Stadtplan, beginnen wir, Wege zu beschreiten, die überhaupt nicht eingezeichnet sind in unseren Erfahrungsräumen.


Von der Neugier geleitet, springt man über den eigenen Schatten und beginnt sich fast unbewusst als einen von vielen geistigen Orten zu begreifen. Alles, was bisher in den Phantasien, die man zu Hause als Vermutung über sich selbst gespürt hat, von diesem fremden Ort in sich selbst, wird hier plötzlich wahr. Man begreift, dass man durchaus auch „anders“ ist, ja sogar sein muss, um sich wieder nähern zu können. Das bisherige, was uns als Menschen daheim ausgemacht hat, wird oft als kleinlich und unglaublich befremdlich und unwirklich empfunden; im krassen Widerspruch zu dem, was hier in der Ferne der gelebte Moment als Wahrheit zu bieten hat.
In einer scheinbar unerklärlichen Situation fühlt man sich urplötzlich zu Hause…erkennt sich und seine Fähigkeiten, kann sogar in seine bisher unbekannten Abgründe Einsicht nehmen, und ist sogar bereit, diese zu akzeptieren. Aus der Distanz zu sich selbst wertet man bisheriges als überholt und renovierungsbedürftig. In einem Moment verwandelt sich in uns etwas, und macht aus dem plötzlichen, unerwarteten Augenblick ein lebensphilosphisches Fragment, welches wir in den Plan unseres Lebens auch einbauen können. Nun gehört es zu uns, ist ein Teil von uns, ist eine Erfahrung, die wir nicht missen wollen. Wir halten sie fest in unseren Tagebüchern, in Bildern, in Erinnerungen…und irgendwann sind wir bereit, sie mit jemandem zu teilen.Stadtplan, beginnen wir, Wege zu beschreiten, die überhaupt nicht eingezeichnet sind in unseren Erfahrungsräumen.
Von der Neugier geleitet, springt man über den eigenen Schatten und beginnt sich fast unbewusst als einen von vielen geistigen Orten zu begreifen. Alles, was bisher in den Phantasien, die man zu Hause als Vermutung über sich selbst gespürt hat, von diesem fremden Ort in sich selbst, wird hier plötzlich wahr. Man begreift, dass man durchaus auch „anders“ ist, ja sogar sein muss, um sich wieder nähern zu können. Das bisherige, was uns als Menschen daheim ausgemacht hat, wird oft als kleinlich und unglaublich befremdlich und unwirklich empfunden; im krassen Widerspruch zu dem, was hier in der Ferne der gelebte Moment als Wahrheit zu bieten hat.


In einer scheinbar unerklärlichen Situation fühlt man sich urplötzlich zu Hause…erkennt sich und seine Fähigkeiten, kann sogar in seine bisher unbekannten Abgründe Einsicht nehmen, und ist sogar bereit, diese zu akzeptieren. Aus der Distanz zu sich selbst wertet man bisheriges als überholt und renovierungsbedürftig. In einem Moment verwandelt sich in uns etwas, und macht aus dem plötzlichen, unerwarteten Augenblick ein lebensphilosphisches Fragment, welches wir in den Plan unseres Lebens auch einbauen können. Nun gehört es zu uns, ist ein Teil von uns, ist eine Erfahrung, die wir nicht missen wollen. Wir halten sie fest in unseren Tagebüchern, in Bildern, in Erinnerungen…und irgendwann sind wir bereit, sie mit jemandem zu teilen.

September 2, 2007

Mikalojus Konstantinas Ciurlionis

Gespeichert unter: KLANGsprache, zomet WEGkreuzungen — silkandpaper @ 2:38

http://ciurlionis.licejus.lt/Tapyba/Laiveliai.jpg

noch für viele ein Unbekannter, aber dieser Komponist , der fast alle seine Kompositionen auch in Gemälde umgesetzt hat, ist fast ein Geheimtipp…

untenstehende Linkseite hat einige Klangbeispiele, Bilder und Informationen

http://ciurlionis.licejus.lt/index_en.html

Quelle Foto :

http://ciurlionis.licejus.lt/MKC_Tapyba_en.htm

Gespeichert unter: zomet WEGkreuzungen — silkandpaper @ 1:48

 

 

 

kunst ist kein luxus, sondern eine notwendigkeit

 

 

 

lyonel feininger

 

 

 

 

August 28, 2007

Gespeichert unter: wahrNEHMungen, zomet WEGkreuzungen — silkandpaper @ 8:10

 

heute-sonntag-2-sept-2007.jpg

 

im leben sind wir wie vagabunden unser leben selbst ist ein thespiskarren, der uns immer in bewegung hält und uns dorthin und dahin ziehen lässt. immer in bewegung … an manchen orten ist es schwer zu leben und an manchen orten lebe ich leichtfüssig , ja fast schwerelos lässt mich die liebe oder freundschaft schweben.

 

Und manchmal , in momenten des alleinseins auf der bühne meines lebenstheaters, wenn ich die monologe im text der hauptrolle überdenke und an mir arbeite, stelle ich sicher fest, das manches kompliziert und schwierig scheint. Aber solange ich diese dinge selbst an mir erkenne und sie als chancen reflektiere , sie als „hineinsehen“ in mich wahrnehme, ist das eine positive entwicklung und kann dies als wegroute in mein bisheriges leben einbauen . und so ängstigt mich nicht mehr, wenn mir mal jemand sagt, das ich kompliziert sei … weil ich erkennen kann, das ich mich im nachdenken über dinge „in bewegung“ halte auf der bühne des lebens.
bin ich schwierig? Na ja , einfach bin ich sicher nicht. Aber wer ist das schon…. manche stücke sind eben nicht für mich geschrieben, und ich kann die rolle nicht annehmen. aber man kann nicht immer die diva sein.

 

ich habe im laufe der jahre festgestellt, das es sehr oft die hausmädchen sind, die dem theaterstück eigentlich das tragende geben. und es kommt schon ab und zu mal vor, das ich mich nach der rolle des hausmädchens sehne… unkompliziert sein ….ist man das? unkompliziert? will man das sein?

August 27, 2007

philosophische fragmente

Gespeichert unter: wahrNEHMungen, zomet WEGkreuzungen — silkandpaper @ 12:23

altes-buch-japan.jpg

ich liebe es , der Musik zu lauschen- doch mein Instrument ist eben der Bleistift…ab und zu Tusche oder Farbe…
Einerseits schätze ich das Minimalistische auch in der Sprache eines Gedichtes , eines Haiku zum Beispiel, wo in wenigen Silben mitunter die ganze Welt um Dich herum erstehen kann. Es ist doch sehr interessant, wenn man gerade ein Haiku beleuchtet; wir übersetzen es einfach nur als “ Silbengedicht“ aber in der japanischen Schriftsprache wird Hai als das Wort „Schauspieler“ übersetzt zu finden sein, und auch das ist nur eine grobe Übersetzung, denn Hai hat seinen Ursprung in zwei Silbenbegriffen: Mensch und dem Begriff des Streunens, des ziellosen, freien Umherziehens, oder bildhafter ausgedrückt, des vielleicht Heimatsuchenden, Nichtseßhaften im positiven Sinne . Und schon jetzt kann man erkennen, das uns das Wort “ Silbengedicht“ auf eine falsche Fährte lockt, uns irritiert und den Zugang zum Haiku erschwert. Haiku ist also der „suchende Vers“ , der mit uns kokettiert wie ein Schauspieler auf der Bühne es tut, er spielt mit uns und spricht uns an. Denn das Haiku ist ein Gedankenfragment , ursprünglich als Einleitung für Waka-gedichte gedacht…
Das Haiku sucht also noch, ist unterwegs, ein Gedicht zu werden und bleibt dann in seinen Anfangssilben stehen. Und der Mensch, der in diese Sprache hineinlauschen kann, wird die Heimat für diesen suchenden Vers- und das ist das Anliegen des Haiku.
Wir werden dadurch selbst zu Dichtern, die mit Phantasie und Sensibilität den Vers weiterführen, wir beleben ihn und wir tun dies wortlos.
So möchte ich gern umgehen mit Fragmenten, mit Skizzen in den Schubladen; sie als Herausforderung zu einem Abenteuer , als Wahrnehmung zu verstehen , und als Bruchteil einer unendlichen Tiefe , als Reisebeschreibung , als schüchterne Begegnung, als einen Hauch von etwas Großem – und in der scheinbaren Belanglosigkeit einer dahinfliegenden Leichtigkeit erlangen diese Worte eine Räumlichkeit , werden zur Bühne unseres Lebens. Und das Interessante ist die Entdeckung, das der Raum zwischen den Worten erkennen lässt, wieviel Ausschmückung das Weglassen bedeuten kann- wenn sich Silben und Buchstaben auflösen, bis in uns nur noch die Stille bleibt und eben auch jene Spannung, die alles offen lässt.
So ist es auch in der Musik … Orchesterwerke können mitunter wahre Gefühlsstürme in mir auslösen, aber das einzelne Instrument , insbesondere Cello , Geige oder auch die Ud kosten mich manchmal meine Nachtruhe, weil derart aufgewühlt etwas in mir passiert, was eine andere Sprache erfordert , als die mir angeeignete. Das kann mitunter auch nur ein Musikfragment sein, oder auch nur ein Stück- aber es öffnet sich dadurch eine Tür, in die ich hineinspazieren kann und da mache ich die wundersame Entdeckung der Wörter.

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